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»Ein ehrenhafter Verzicht auf Nachkommenschaft«

Theoretische Grundlagen und Praxis der Zwangssterilisation im Dritten Reich am Beispiel der Rechtsprechung des Erbgesundheitsobergerichts Celle
Nomos,  1999, 272 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-7890-5807-3


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Das Werk ist Teil der Reihe Hannoversches Forum der Rechtswissenschaften (Band 10)
45,00 € inkl. MwSt.
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350.000 Menschen wurden von den Nationalsozialisten aus sogenannten »rassenhygienischen« Gründen zwangsweise sterilisiert. Die Psychiatrie lieferte pseudowissenschaftliche Argumente für das Unrecht. Wenig bekannt ist, daß auch der Justiz eine wichtige Rolle in der nationalsozialistischen »Auslese- und Ausmerzepolitik« zukam, indem sie die Zwangssterilisationen mit dem Schein eines rechtsstaatlichen Verfahrens versah.
Dieses Werk analysiert – im Anschluß an eine Darstellung der ideologischen und rechtlichen Grundlagen – die Anwendung des »Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« durch das Erbgesundheitsobergericht Celle.
Dabei wird klar: Obwohl das Gericht den im »3. Reich« üblichen Instrumentarien zur Lenkung der Rechtsprechung unterlag, lassen sich verschiedene Verhaltensweisen der Juristen nachweisen: vorauseilender Gehorsam, eine Rechtsprechung, die das Recht von den Normen löste bzw. diese extensiv zu Lasten der Betroffenen auslegte, aber auch der Versuch der Justiz, Widerstand gegen die Verwaltung und die Partei zu leisten. Insgesamt zeigt sich, daß das Erbgesundheitsobergericht kein bloßer Befehlsempfänger war, es hat sich an den Verbrechen der Nationalsozialisten aktiv beteiligt.

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